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Rothausʼ Erfolgsrezept: Schöler Fördertechnik AG

Beschaffung, Wartung und Instandhaltung von Staplern

Das Tannenzäpfle-Bier mit dem Schwarzwaldmädel in Tracht auf dem Etikett hat in deutschen Großstädten Kultstatus. Gebraut wird es von der Badischen Staatsbrauerei Rothaus im Hochschwarzwald, 1.000 Meter über dem Meer. Bis zu 40 Lkw verlassen täglich im Sommer voll beladen das Gelände, um Gaststätten und den Handel zu beliefern. Der Durchsatz im Lager ist entsprechend hoch: Eine Palette Tannenzäpfle verbleibt hier selten länger als einen Tag. 35 Gabelstapler – darunter 18 von Linde – sorgen für den innerbetrieblichen Transport der rund 730 Kilogramm schweren Paletten. Bei der Beschaffung, Wartung und Instandhaltung der Flotte vertraut die Brauerei unter anderem auf die Schöler Fördertechnik AG, Linde-Vertriebspartner im südwestdeutschen Raum. Um den Fahrern von Rothaus einen individuell größtmöglichen Benutzerkomfort zu bieten, baute Schöler die Geräte entsprechend der Sonderwünsche um.

Die Badische Staatsbrauerei Rothaus wurde 1791 von einem Benediktinerkloster gegründet und beschäftigt heute 220 Mitarbeiter. Damit das Unternehmen nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden kann, firmiert es seit 1922 als AG. Alleiniger Anteilseigner ist bis heute das Land Baden-Württemberg. Seit Beginn der 1990er Jahre erlebt die Brauerei einen rasanten Aufschwung, im Zuge dessen sie die Absatzmenge fast verdreifacht hat. Erfolgreichstes Produkt ist das 1956 auf den Markt gekommene Tannenzäpfle, ein Pils, das in der 0,33-Liter-Flasche verkauft wird. Mehr als zehn Prozent der Produktion setzt Rothaus mittlerweile außerhalb Baden-Württembergs ab, denn das Tannenzäpfle gilt bundesweit als urige Kultmarke. Dabei hat das Unternehmen dieses Image nie durch entsprechende Werbe- oder Marketingstrategien forciert. Im Gegenteil: Seit mehr als 40 Jahren lächelt das Schwarzwaldmädel „Birgit Kraft“ dem Konsumenten auf dem Etikett entgegen. Diesen Namen gaben ihr Tannenzäpfle-Liebhaber in Anlehnung an den Spruch „Bier git (alemannisch für ‚gibt‘) Kraft“.

"Tannenzäpfle steht für Regionalität und Qualität. Die Marke Rothaus ist so erfolgreich, weil wir hohe Ansprüche an uns selbst stellen. Unsere Brauanlagen gehören zu den modernsten in Deutschland."

Hans-Jürgen Nowakowski, Leiter der internen Logistik bei Rothaus

Ergänzt wird das Portfolio durch Weizenbier, Exportbier, Radler und die beiden Sorten Pils alkoholfrei und Hefeweizen alkoholfrei. Nicht nur an die Qualität der Biere hat Rothaus strenge Anforderungen, sondern auch an die Logistik und eine nachhaltige Produktion: Etwa 70 Prozent der insgesamt rund 18.000 Megawattstunden an Wärmeenergie, die die Brauerei insgesamt benötigt, werden seit 2008 CO2-neutral durch einen mit Holzschnitzeln befeuerten Dampfkessel erzeugt. Darüber hinaus ist Rothaus eine der wenigen Brauereien in Deutschland, die eine eigene biologische Kläranlage betreiben.

Die Logistik: vom Sudhaus ins Gasthaus

Schnelligkeit, eine punktgenaue Versorgung der Kunden und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit – an diesen Zielen richtet Rothaus die Logistik aus. Gearbeitet wird in drei Schichten. Bis zu 60.000 Flaschen können die beiden Abfüllanlagen pro Stunde produzieren. Sie befinden sich im Keller unter dem Lager. Von dort aus transportieren zwei Aufzüge die fertig etikettierten Biere auf Paletten nach oben. Rund 730 Kilogramm wiegt eine Palette mit Tannenzäpfle. So vorbereitet werden die Einheiten im 13.000 Quadratmeter großen Blocklager zwischengelagert.

"In der Verladung ist Rothaus gut: Dreizehn bis maximal 30 Minuten brauchen unsere Staplerfahrer für das Be- und Entladen eines Lkw. Die Verladesicherheit liegt bei 99 Prozent. Das erreichen wir nur mit einer Technik, die permanent verfügbar ist und optimal zu unseren Bedürfnisse und denen unserer Fahrer passt:"

Hans-Jürgen Nowakowski, Leiter der internen Logistik bei Rothaus

Hier befinden sich hauptsächlich Flaschenbiere und nur wenige Fässer. Strukturiert ist das Lager nach dem Prinzip der chaotischen Lagerhaltung: Der Fahrer bekommt vom Lagerverwaltungssystem (LVS) über ein Staplerleitsystem nur den Auftrag. Den Block, an dem er die Palette abstellt, wählt er selbst aus. Anschließend meldet er den Stellplatz an das System. Saisonal bedingt ist der Durchsatz sehr unterschiedlich: Im Sommer kommt die Brauerei auf bis zu 50.000 Kästen pro Tag, im Winter auf die Hälfte. Hinzu kommt das Handling des Leerguts. Zudem bedient Rothaus seine Kunden aus der Gastronomie teilweise auch mit Getränken anderer Unternehmen. Diese Produkte liefert Rothaus in einem Umkreis von ca. 150 Kilometern liefert Rothaus selbst aus, der Rest geht an Fremdabholer. Verladen wird an drei Spuren, denen jeweils bis zu drei Stapler zugeordnet sind.

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Schoeler_Foerdertechnik_Bild_3_-_Blocklager
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Technik passend gemacht

Bei der innerbetrieblichen Logistik vertraut Rothaus seit mehr als zehn Jahren auf die Technik der Gabelstapler von Linde Material Handling und auf den Kundendienst und die Beratung der Schöler Fördertechnik AG, eines der größten Linde-Vertriebspartner in Deutschland. So setzt Rothaus zum Transport unter anderem die Dieselstapler Linde H70 ein. Nur diese sind wendig genug, um in den nur sieben Meter breiten Gassen des Blocklagers manövrieren zu können. Weitere Vorteile für den Anwender: Die Geräte verbrauchen vergleichsweise wenig Kraftstoff. Durch den hydrostatischen Antrieb ist der Bremsverschließ zudem niedrig. Schöler stattete alle Linde H70-Stapler mit einer Doppelpalettenklammer aus. Da die Mitarbeiter von Rothaus in der Vergangenheit Stapler mit einer Handschaltung fuhren, rüstete der Staplerexperte die ab Werk aus mit einem Doppelpedal versehenen Geräte entsprechend um.

"Grundsätzlich können die Fahrer mit einem Doppelpedal eine um bis zu 30 Prozent höhere Umschlagleistung bringen, da sie weniger Schaltfunktionen bedienen müssen. Die parallele Verwendung beider Lösungen hätte aber ein potenzielles Sicherheitsrisiko bedeutet. Das wollte Rothaus umgehen."

Engelbert Dreher, Projektleiter bei der Schöler Fördertechnik AG

Darüber hinaus wünschte sich Rothaus statt der Schiebefenster eine Sonderanfertigung zum Absenken. Der Öffnungsbereich des Fensters wird dadurch größer. Aufgrund der stets gleichen Abmessungen der Paletten bewegen die Fahrer bei Rothaus die Ware häufig in einer bestimmten Hubposition.

"Als dynamisches und kundenorientiertes Unternehmen ist Linde ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, um die Stapler noch besser an die Bedürfnisse der Anwender anzupassen. Solche Anregungen werden deswegen gern aufgenommen."

Engelbert Dreher, Projektleiter bei der Schöler Fördertechnik AG

Gerade in dieser Höhe wurde das Sichtfeld jedoch durch eine Hubmast-Traverse behindert. Daraufhin ließ Schöler auch hier eine Änderung vornehmen. Da Rothaus nicht der einzige Kunde war, der mit diesem Wunsch an Linde herangetreten war, fand der Vorschlag Eingang in die Produktentwicklung von Linde Material Handling.

Flotte in Schuss

"Bei uns hat jeder Kunde seinen festen Techniker. Sobald Bedarf besteht, kann dieser direkt angerufen werden. Aufgrund des kleinen Betreuungsgebietes des jeweiligen Servicemitarbeiters ist er dann innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Für Kunden wie Rothaus ist das ein entscheidender Vorteil."

Engelbert Dreher, Projektleiter bei der Schöler Fördertechnik AG

Rothaus hält keine Reservestapler bereit. Daher ist das Unternehmen auf die permanente Verfügbarkeit der Geräte angewiesen. Kleinere Reparaturen nimmt die Brauerei in der eigenen Werkstatt selbst vor. Größere Arbeiten, wie Wartung und Instandhaltung der Flotte sowie die vorgeschriebenen Prüfungen und Untersuchungen, führt ein Servicemitarbeiter von Schöler durch. Schöler unterstützt Rothaus nicht nur bei der Beschaffung und Wartung der Stapler, sondern übernimmt auch die Aufbereitung und den Weiterverkauf der nach rund 18.000 Betriebsstunden ausrangierten Modelle.

Nowakowski resümiert:

„Letzten Winter ging einer der Dieselmotoren eines älteren Staplers kaputt. Innerhalb von fünf Tagen war ein neuer eingebaut. Da waren wir wirklich überrascht. Der Stapler ist zum Fahren da. Dank Schöler funktioniert das super.“