Safety Guard warnt Mitarbeiter vor Gabelstapler
Sicherheit an aller erster Stelle

Aktive, passive und proaktive Lösungen

Für jede Anforderung das passende Sicherheitssystem

Gabelstapler sorgen im Lager für Produktivität und Effizienz – können bei unsachgemäßem Einsatz aber auch zu einer Gefahr für Leib und Leben werden. Selbst wenn ein Unfall glimpflich endet, entstehen oftmals hohe Kosten, etwa weil Ware beschädigt wurde. Zum Schutz der Mitarbeiter, der Ware sowie der Lagereinrichtung dienen spezielle Sicherheitssysteme, die sich in die Kategorien passive, aktive und proaktive Lösungen einteilen lassen. Doch wann ist welches System sinnvoll? Über welche Vor- und Nachteile verfügen die unterschiedlichen Lösungen? Und welche Vorkehrungen können Unternehmen darüber hinaus treffen, um Unfälle zu vermeiden?

Gabelstapler sind aus dem Logistikbetrieb nicht wegzudenken. Beim innerbetrieblichen Warenumschlag und Transport sind sie unverzichtbare und hocheffiziente Helfer. Allerdings birgt der Einsatz der tonnenschweren Stahlkolosse auch Risiken: Rund 12.000 meldepflichtige Unfälle mit Gabelstaplern pro Jahr zählt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Im besten Fall wird dabei lediglich Material beschädigt, schlimmstenfalls erleiden Mitarbeiter schwere Verletzungen.

Jährlich enden sogar 30 bis 40 Unfälle tödlich. Laut der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik führen Auffahrunfälle die Statistik an.

Ursachen sind häufig Sichtbeeinträchtigungen, fehlende Aufmerksamkeit, Stress, eine nicht angemessene Geschwindigkeit oder plötzlich eintretende Situationen, auf die der Fahrer nicht mehr rechtzeitig reagieren kann. Auch das rückwärtige Rangieren mit dem Stapler birgt großes Gefahrenpotenzial. Darüber hinaus können der Absturz von Ladegut oder das Umkippen von Fahrzeugen zu schwerwiegenden Verletzungen der Mitarbeiter führen.

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Unfälle schaden Unternehmen und Mitarbeiter

Verletzt sich ein Mitarbeiter während der Arbeitszeit, stellt dies für das Unternehmen eine finanzielle Belastung dar. Ein Ausfall kostet durchschnittlich 400 Euro pro Tag. Dabei sind die allermeisten Unfälle vermeidbar – wenn geeignete Sicherheitssysteme im Lager verwendet werden. Das ist aber nicht immer der Fall, obwohl es eine klare rechtliche Regelung gibt. Laut dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung sind Unternehmen verpflichtet, in einem wirtschaftlich akzeptablen Rahmen Investitionen in Sicherheitssysteme zu tätigen. Was sich zunächst nach einer reinen Kostenposition anhört, unterstützt die Unternehmen bei genauerer Betrachtung sogar dabei, Ausgaben zu reduzieren. Der Einsatz geeigneter Sicherheitssysteme bietet den Mitarbeitern optimalen Schutz und verringert auf diese Weise verletzungsbedingte Ausfallzeiten und Kosten. Dadurch amortisiert sich die Investition in kürzester Zeit.

Grundsätzlich haben Unternehmen bei Sicherheitssystemen die Wahl zwischen drei verschiedenen Kategorien: passive, aktive und proaktive Lösungen. Diese werden im Folgenden vorgestellt.

Passive, aktive & proaktive Lösungen

Passive Lösungen




Schutz von Ware und Einrichtung

Zu den passiven Systemen zählen optische Warnelemente – wie Warnwesten, Bodenmarkierungen oder Fahrzeuge in auffälliger Lackierung – sowie Ramm- und Prellschutzvorrichtungen an Regalen oder sonstiger Lagereinrichtung. Zwar können passive Systeme relativ schnell und einfach installiert werden, aber sie haben auch einige Schwächen. So zeigen sie bei der Schadensprävention die geringste Wirkung, da der Fokus auf dem Schutz von Ware und Lagereinrichtung liegt. Zudem ist hier im Ernstfall immer noch ein aktives Eingreifen des Mitarbeiters erforderlich. Das heißt, dieser muss permanent hoch konzentriert sein.


Aktive Lösungen



Akustische und optische Warnsignale

Aktive Systeme generieren mehr Aufmerksamkeit an potenziellen Gefahrenstellen, etwa durch ein akustisches und/oder optisches Signal. Insbesondere im Bereich der Blocklagerung oder in engen und unübersichtlichen Kreuzungsbereichen spielen diese Systeme ihre Stärken aus. Eine optische Warneinrichtung an einem Gabelstapler sorgt zum Beispiel dafür, dass bereits vor der Einfahrt in einen Gefahrenbereich ein farbiger Punkt oder ein anderes Symbol gut sichtbar auf den Boden projiziert wird. So wird vor einer potenziellen Gefahrensituation gewarnt und zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Damit optische und akustische Warneinrichtungen größtmögliche Akzeptanz erfahren, sollte ein Hinweis allerdings nur dann erfolgen, wenn sich Mitarbeiter und Fahrzeuge tatsächlich in einem Gefahrenhotspot bewegen. Denn warnt ein System zu häufig, lässt die Achtsamkeit der Mitarbeiter nach.


Proaktive Lösungen



Gefahrenprävention auf höchstem Niveau

Dem neusten Stand der Technik entsprechen proaktive Systeme. Sie unterstützen den Fahrer aktiv und regulieren gegebenenfalls selbst ihre Geschwindigkeit, um mögliche Gefahrensituationen zu entschärfen. Die Vorteile: Die Mitarbeiter werden entlastet und können auf die technische Unterstützung zählen. Zudem erfordert die Installation proaktiver Sicherheitssysteme keinen Eingriff in die Lagerinfrastruktur, sondern lediglich einen Einbau am Fahrzeug. Darüber hinaus punkten sie mit Flexibilität, da sie mühelos der aktuellen Situation im Lager angepasst werden können. Ein Beispiel für ein proaktives System ist das Linde-Sicherheitssystem Safety Guard.

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Linde Safety Guard als proaktive Sicherheitslösung


Der Linde Safety Guard besteht aus fünf Komponenten, die durch den Einsatz von Ultra-Breitband-Technologie ein hohes Schutzniveau für Fahrzeugführer, Fußgänger sowie Ware und Lagereinrichtung garantieren.

Ein Sender, der sogenannte Keeper, wird am Fahrzeug angebracht, wo er für eine präzise Messung des Abstands zu beweglichen oder stationären Hindernissen sorgt. Fußgänger wiederum tragen ein Beeper genanntes Warngerät mit sich, das sie per Licht- oder Tonsignal auf Gefahrenzonen hinweist. Mit dem an einer Wand montierten Gerätemodul Keeper Static lassen sich Gefahrenzonen definieren und absichern. Der Keeper Static kommuniziert per Funktechnik aktiv mit dem am Fahrzeug befindlichen Keeper. Die Lösung drosselt bei Bedarf die Geschwindigkeit des Fahrzeugs oder sendet ein akustisches bzw. optisches Warnsignal aus. Ein weiteres Einsatzgebiet für den Keeper Static ist die Kreuzungsüberwachung. Dabei werden bestehende Passivsysteme, wie etwa an der Decke angebrachte Rundumspiegel, reaktiviert und mithilfe von LED-Leisten zu Proaktivsystemen umgewandelt. So erfolgt beispielsweise eine optische Warnung von Lagermitarbeitern, sobald ein Fahrzeug in den Kreuzungsbereich einfährt. Auch hier wird die Geschwindigkeit des Fahrzeugs aktiv durch das System reduziert. Komplettiert wird das Mehrkomponentensystem durch den Anchor, der quasi als eine „Light-Version“ des Keeper Static anzusehen ist. Er ermöglicht eine Gefahrenbereichsmarkierung ohne akustische Warnung.

Mehr zum Safety Guard Assistenzsystem
Safety Guard ist das aktuelle Flaggschiff im Bereich der Sicherheitssysteme und wurde zusammen mit der Berufsgenossenschaft entwickelt. Ein weiterer Vorteil ist, dass das System je nach Kundenanforderungen individuell angepasst werden kann.

David Purschke, Projektleitung für digitale Lösungen bei Schöler

Schulungen und Beratungsdienstleistungen

Der Sicherheit dienen aber nicht nur technische Systeme, sondern auch spezielle Beratungsdienstleistungen. Ein Beispiel dafür ist der Linde Safety Scan. Ein speziell geschulter Mitarbeiter, der sogenannte Safety Consultant, analysiert mittels einer Software und anhand eines Lagerplans in einem Vor-Ort-Workshop beim Kunden bestehende Unfall- und Gefahrenstellen. Anhand der Analyseergebnisse erstellt der Safety Consultant eine individuelle und herstellerunabhängige Handlungsempfehlung. Nach deren Umsetzung wird die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft und der Fortschritt dokumentiert, um das Sicherheitsniveau langfristig auf einem hohen Level zu halten.

Sicherheitsberatung direkt beim Kunden

Sicherheitsberatung durch Schöler Safety Consultant

"Der Linde Safety Scan bietet Nutzern einen 360-Grad-Blick auf die räumlichen Lagerstrukturen. Auf diese Weise wird der innerbetriebliche Fahrzeugverkehr für alle Beteiligten deutlich sicherer." erklärt Richard Reisser, Safety Consultant bei Schöler.

Präventive Grundlagen

Zweifellos sind moderne Assistenzsysteme und Beratungsdienstleistungen eine Grundvoraussetzung für sichere Arbeitsabläufe im Lager. Besonders wichtig bei der Gefahrenvermeidung sind aber vor allem gut ausgebildete Fahrer. Fahrertrainings und Schulungen, in denen Mitarbeiter für die Gefahrenpotenziale an der Arbeitsstätte sensibilisiert und im Umgang mit den Systemen unterwiesen werden, leisten einen großen Beitrag zum Schutz des Lagerpersonals. Denn selbst die besten Lösungen haben keinen Nutzen, wenn die Mitarbeiter sie nicht korrekt anwenden oder sie als störend empfinden.

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